Aus unserem Logbuch

Einmal um das Höllental

von | Jul 21, 2020 | Unterwegs

Ich wollte einen Kurztrip in den Südschwarzwald am Wochenende unternehmen. Zunächst war eine Mehrtagestour geplant, doch dann entschied ich mich nur eine Tagestour zu machen. Aber die sollte dann wenigstens ein wenig länger und anspruchsvoller sein… Wir waren dieses Jahr bereits den Zweitälersteig wandern und hatten anschließend ein paar Tage auf dem Feldberg verbracht. Was lag also näher als die goldene Mitte zu wählen: Das Höllental.

Durch das fast schon legendäre Tal führt die B31 von Freiburg über Kirchzarten nach Hinterzarten und zum Titisee. Bekannt vor allem durch den „Hirschsprung“ und die Ravennaschlucht bei Hinterzarten. Einmal um das Höllental herum, war schließlich mein Plan. Das wären dann auch stolze 30 Kilometer und 1350 Höhenmeter. Genau die Herausforderung die ich suchte… Noch schnell im Hofgut Himmelreich einquartiert und die Reise geplant.

Das Hofgut Himmelreich ist ein historisches Hofgut mit Restaurant und angeschlossener Akademie welches sich für die Gleichstellung und eine unantastbare Würde aller Menschen einsetzt und dabei auf Inklusion setzt. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Der Service war super, das Essen lecker. Die Zimmer ein wenig rustikal aber geräumig und völlig in Ordnung. Hier konnte ich am Abend nochmal Kraft schöpfen….

Früh am morgen ging es dann vom Bahnhof Himmelreich aus los. Die ersten 6.5 Kilometer ging es direkt stetig nach oben. Die meiste Zeit über auf Wuzelpfaden und schmalen Wegen galt es direkt die ersten 700 Höhenmeter dieser Tour zu bewältigen. Nach einigen Kilometern durch den Wald, wechselte der Weg schließlich auf den freien Höhenrücken bei der Höfener Hütte und von dort aus die letzten 1,5 Kilometer über breite Felder auf den Hinterwaldkopf.

Von hier aus gibt es einen wunderbaren Rundumblick zu bewundern. Den Feldberg auf der einen Seite den Blick bis zum Kandel und dem Hochkopf auf der anderen Seite, stehe ich in dem Steinkreis auf dem Hinterwaldkopf und bewundere die Landschaft.

Direkt beim Abstieg vom Hinterwaldkopf treffe ich auf die Hinterwaldkopfhütte. Es ist noch früh, kein Mensch unterwegs, aber die Hütte hat gerade geöffnet und der Außenbereich ist so einladend, dass ich mich für ein Johannesbeersaft-Schorle niederlasse und die Natur genieße.

Anschließend geht der Weg zunächst weiter über einen Schotterweg, nur um mich aber alsbald wieder auf schmale Pfade zu führen. Von hier aus wandere ich auf dem Rundweg „drumrum Alpirsbach“. Hier begegnen mir dann die ersten Wanderer.

Ich bin schließlich bei den Alpersbach-Wasserfällen bei Kilometerstand 10,5 bereits in das Höllental abgestiegen. Das ist ein recht steiler und anspruchsvoller Abstieg, der schließlich hinunter zur B31 führt, die man dann leider auch ein Stück entlang gehen muss. Der Weg führt hier auch wieder über schmale Pfade und macht extrem Spaß zu laufen – solange man den Straßenlärm ignorieren kann. Schließlich gelange ich an das Hofgut Zum Sternen, welches dann auch der Zustieg in die Ravennaschlucht ist.

Letztlich erreiche ich nach insgesamt 15 Kilometern den oberen Teil der Schlucht und mache mich nun über den Querweg Freiburg-Bodensee wieder auf den Rückweg zurück nach Kirchzarten. Dieses mal auf der nördlichen Seite des Höllentals.

Hier im Tal, direkt an der B31 mit direktem Zugang zu der beliebten Ravennaschlucht, begegne ich auch viel mehr Menschen. Viele davon Tagestouristen. Und haben die Wanderer denen ich beim Abstieg begegnet bin noch freundlich gegrüßt, so blicke ich jetzt in steinerne Mienen. Und auf dem Aufstieg durch die Ravennaschlucht versuche ich meine innere Ruhe zu finden und mich nicht zu sehr über die Ignoranz anderer Menschen aufzuregen. Aber mir fällt mal wieder auf, dass Dinge wie gegenseitige Rücksichtsnahme für viele Menschen ein Fremdwort ist. Ich bin nur froh, dass heute nicht noch mehr Trubel ist.

Und der zweite Teil der Tour begeistert!!! Wieder führt mich der Querweg fast ausschließlich über schmale, naturbelassene Pfade. Und nach insgesamt 25 Kilometern erreiche ich meine letzten Aussichtspunkt: Den Frauensteigfels. Dieser bietet einen weiten Blick hinab in das Dreisamtal Richtung Freiburg.

Bis hier hin und auch danach, halte ich mich streng an meine Tourenplanung. Ich lasse mehrfach Wegweiser Richtung Bahnhof Himmelreich links bzw. rechts liegen und folge stur meiner Route. Und das wird belohnt: Selbst der Abstieg führt mich nochmal über einen kleinen Stein- und Wurzelpfad. Was für eine tolle Tour…

Und so erreiche ich erschöpft und mit einem Lächeln im Gesicht schließlich den Bahnhof Himmelreich. Ein Blick auf die Uhr und ich erstarre: 29,45 Kilometer! Neeee, echt jetzt? Die magische 30 hätte ich gerne noch voll gehabt… Ich denke kurz nach und entscheide mich noch ein paar Meter weiter zu laufen. Das Ziel ist das Hotel Rainhof welches ein zertifiziertes Naturparkrestaurant unterhält. Das wollte ich ohnehin antesten wenn ich schon mal in der Gegend bin. Und nach letztlich dann doch 30 Kilometern, sitze ich schließlich bei lecker Rösti und einem Bierchen draußen in der Sonne und lasse den Tag ausklingen…

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