Aus unserem Logbuch

Wandern mit Gepäck(-transport)

von | Okt 6, 2020 | Flaschenpost, Uncategorized, Unterwegs

“Ihr wollt bitte WAS?”, brüllte Breitbart – Ich weiß nicht was deutlicher in Breitbarts Stimme erkennbar war: Die Verwunderung oder die Geringschätzung über das Gesagte. Vor ihm stand eine Gruppe Matrosen, davon einige erfahrene Seeleute die ich schon oft an der Seite des Kapitäns gesehen hatte. Einer fasste sich Mut, trat einen Schritt nach vorne und stellte sich Breitbart entgegen: “Wir wollen bei unserem nächsten längeren Raubzug gerne einen Gepäcktransport beanspruchen”
Breitbart grummelte abwertend: “Ihr wollte also euren Kram nicht mehr selbst tragen?” “Doch schon, aber warum sollen wir denn jeden Tag unseren Kram für die gesamte Woche tragen? Einige der Häfen bieten eben neuerdings einen Gepäcktransport an. Wir gehen auf unseren täglichen Raubzug und währenddessen wird unser Hab und Gut zu unserem Zielhafen transportiert.” “Hmmm…,” schnaubte Breitbart. “Überleg doch mal, Kapitän”, fuhr der Matrose fort, “wir müssten das Logbuch nicht jeden Tag mitschleppen”. Er überlegte. “Und den Sextanten könnten wir mitnehmen. Und die Goldwaage.” Er überlegte weiter. “Wir konnten die Felle einpacken, falls das Wetter umschlägt”. Breitbart wirkte nachdenklich. Er blickte hinüber auf seinen Arbeitstisch. Die Enzyklopädie die er gerade las. Die Seekarten die er gerade abends immer vor dem zu Bett gehen studierte. Sein geliebtes Tintenfaß. Sein geliebter Globus. Er ließ seinen Blick durch das Zimmer schweifen und langsam reifte in ihm ein Gedanke. Er blickte auf seine Messingbeschlagene Kapitäns-Truhe. Dann sprach er: “Wir könnten es ja mal ausprobieren. Wieviel darf das Gepäck nochmals wiegen, sagtest Du?”

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Ich gehe gerne und viel wandern. Und eine Mehrtagestour ist immer etwas Besonderes. Bei einer Tour mit ein oder zwei Übernachtungen packe ich natürlich auch alles was ich brauche in meinen Rucksack. Sobald es sich aber um eine längere Tour über mehrere Tage handelt wird es hier schon ein wenig problematisch. Natürlich passt theoretisch immer noch alles in den Rucksack – im Zweifelsfall greife ich einfach zu einem Größeren. Aber muss das unbedingt sein? 

Einige Anbieter bieten für bestimmte Touren einen Gepäcktransport an. Das Konzept ist einfach: Man gibt seinen Koffer beim Startpunkt der Wanderung ab und der Reiseveranstalter sorgt dafür, dass er immer zur nächsten Herberge transportiert wird. Der große Vorteil: Wir wandern eine Tagestour mit leichtem Gepäck und am Abend wartet in der nächsten Übernachtungsstätte unser Koffer bereits auf uns. 

Das ist Wandern mit ein wenig Luxus. Sicherlich nicht für jeden etwas. Wer das puristische Erlebnis sucht und eventuell sogar draußen im Freien übernachten möchte, wird diese Art des Wanderns vermutlich verachten. Aber es ist schon ein unbeschreiblich schönes Gefühl, auch am vierten oder fünften Tag, nach einer anstrengenden Tagestour, seinen Koffer in der Herberge vorzufinden. Trockene und bequeme Klamotten, kleine Annehmlichkeiten oder der ein oder andere Luxusartikel. Gerade wenn das Wetter eher unbeständig ist, haben wir so die Möglichkeit das ein oder andere Kleidungsstück einzupacken, auf das wir ansonsten verzichtet hätten. Nur für alle Fälle 😉

Ein anderer Anwendungsfall ist, wenn die Wanderreise nur ein Teil des Urlaubs darstellt. Wir haben in den letzten Jahren oft eine längere Wanderreise mit einer weiteren Woche in einem Ferienhaus kombiniert. Gerade wenn die Reise ins Ausland geht, muss dann ohnehin das Gepäck für die gesamte Reise mitgenommen werden. Das passt dann definitiv nicht mehr alles in den Rucksack. Daher ist ein Gepäcktransport eine der wenigen Möglichkeiten eine mehrtägige Wanderung zu unternehmen und trotzdem sein gesamtes Gepäck gleich mitzunehmen. 

Auf diese Art haben wir einige Urlaube verbracht: Einmal eine Reise nach Irland auf der wir einige Tage auf dem Great Western Way gewandert sind und anschließend noch mit dem Auto das Land erkundet haben. Ähnliche Reisen führten uns auf die Azoren oder nach Österreich. Aber auch in der Heimat haben wir den Gepäcktransport bereits des Öfteren genutzt. Gerade bei längeren Touren mit 5 oder mehr Tagesetappen wie dem Schluchtensteig oder dem Zweitälersteig

Wer bietet einen Gepäcktransport an? Und was kostet das Ganze?

Wanderreisen mit Gepäcktransport werden von verschiedenen Anbietern angeboten. Reiseveranstalter haben oft neben Gruppenreisen auch individuelle Wander- oder Trekkingreisen im Angebot. Ansonsten können die Wanderungen zusammen mit den Übernachtungen und dem Gepäcktransport meist auch direkt über den entsprechenden Tourismusverband gebucht werden. Gerade bei einer Buchung über die Tourismusverbände sind die Kosten im direkten Vergleich unwesentlich höher als wenn die Buchungen vor Ort in Eigenregie vorgenommen werden. 

Unser bisherigen Erfahrungen: 

Reiseveranstalter

ASI Reisen
Die Alpinschule Innsbruck bietet weltweit geführte und individuelle Wanderreisen an. Wir haben bereits mehrere Reisen mit ASI-Reisen unternommen. Unter anderem in Irland, auf den Azoren aber auch den Innsbruck Trek. Wir waren immer sehr zufrieden. Sowohl im Vorfeld bei der Planung wie auch während der Reise in Bezug auf Organisation und Unterkünfte.
https://www.asi-reisen.de/

Kleins Wanderreisen
Gebucht haben wir hier noch nicht. Wir hatten es einmal vor und wollten vor der eigentlichen Buchung gerne ein Angebot. Das kannten wir bis dahin von allen anderen Anbietern – sowohl ASI Reisen wie auch die Tourismusverbände schickten uns vorab eine Liste mit den einzelnen Unterkünften. Die Herren von Kleins Wanderreisen verweigerte uns dies jedoch und waren auch grundsätzlich recht pampig in ihrer Art. Ob es an dem Tag einfach nur schlechte Stimmung im Büro gab oder das ein generelles Problem ist, kann ich nicht beurteilen. Fest steht, eine Buchung wäre nur möglich gewesen ohne vorher jegliche Information über die Unterkünfte zu bekommen. Die Katze im Sack, sozusagen. Das wollten wir aber nicht… Gepaart mit der recht forschen Art unseres Kontaktes entschieden wir uns dann grundsätzlich gegen den Anbieter.
Solltet ihr hier andere Erfahrungen gemacht haben, dann schreibt dies gerne in die Kommentare…
https://www.kleins-wanderreisen.de/

Buchungen über die Tourismusverbände

Die Buchungen direkt über die verantwortlichen Stellen der einzelnen Wanderungen war immer top! Der Kontakt zu den Tourismusverbänden war immer sehr freundlich. Wir wurden immer gut beraten und die Organisation lief stets reibungslos. Die Unterkünfte waren meist gut – hin und wieder auch mal sehr rustikal, aber nie wirklich schlecht. Wir haben uns immer sehr wohl gefühlt und können zumindest die Buchungen für den Schluchtensteig und den Zweitälersteig uneingeschränkt weiterempfehlen. 

Der ZweiTälerSteig über ZweiTälerLand Tourismus
https://www.zweitaelersteig.de/

Der Schluchtensteig über die Projektstelle Schluchtensteig
https://www.schluchtensteig.de/

Individuelle Buchungen 

Hätten wir fast vergessen… Auf dem Westweg haben wir einige Etappen eigenständig gebucht, also direkt die Unterkünfte bei den einzelnen Hotels gebucht. Hier haben wir dann einfach mal direkt bei den Hotels angefragt ob die sowas wie einen Gepäckservice anbieten. Und siehe da, wir konnten den Service auch direkt bei den einzelnen Hotels buchen. Vermutlich haben die die Koffer einfach in ein Taxi gesetzt, aber wie das Gepäck von A nach B kommt ist ja erstmal auch egal. Es hat auf jeden Fall funktioniert… 

Wie sind Eure Erfahrungen? Teilt ihr unsere Erfahrungen?
Gibt es andere Anbieter die ihr empfehlen wollt? Dann schreibt in die Kommentare…  

 

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