Aus unserem Logbuch

ZweiTälerSteig Etappe 3 – Die Herausfordernde

von | Jul 10, 2020 | Unterwegs

Der dritte Tag des Zweitälersteigs fordert uns heraus. Heute gilt es nochmals 25 Kilometer zu wandern und dabei 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Direkt nach dem Frühstück gilt es bereits auf den ersten 5 Kilometern direkt 500 Höhenmeter zu bezwingen. Es ist ein Kampf. Aber er lohnt sich. 

Als wir 2019 den Zweitälersteig das erste mal gingen, hatten wir auf dieser Etappe leider schlechtes Wetter. Die ganze Etappe mussten wir damals im Nebel gehen. So konnten wir nicht einmal erahnen wie aussichtsreich und eindrucksvoll diese Etappe ist. Dafür sahen wir Nebelschwaden, die sich durch die Wälder zogen und erlebten den Schwarzwald auf seine mystische Art. Das war mal was anderes und ein beeindruckendes Erlebnis. 

Dieses Jahr haben wir eitlen Sonnenschein und bestes Wanderwetter. Da wir bereits wissen was heute auf uns zukommt, fällt der Anfang schwer. Die dritte Etappe beginnt direkt mit einem langgezogenen Anstieg. 

Unser erstes Ziel ist der Hörnleberg, auf dessen Gipfel sich eine Wallfahrtskirche befindet. Diese thront zwischen den Tälern der Elz und der Wilden Gutach und bietet einen wunderschönen Ausblick hinüber auf die Höhenrücken bei Freiamt, über die wir am letzten Tag unserer Reise zurück nach Waldkirch marschieren werden. Doch um diesen Ausblick zu genießen, müssen wir auf den ersten 5 Kilometern direkt 500 Höhenmeter bewältigen. Wir wandern entlang der Prozessionsstraße nach oben zur Kirche. Hier oben werden auch Gottesdienste unter freiem Himmel abgehalten, daher finden sich ausreichend Bänke an der Freilicht-Kirche. Wir lassen uns nieder und genießen die Aussicht… 

Doch das war erst der erste Teil unseres Aufstiegs. Um auf den höchsten Punkt der heutigen Etappe zu kommen, liegen noch gut weitere 300 Höhenmeter vor uns. Diese verteilen sich jedoch auf 7 Kilometer, was allerdings nicht bedeutet, dass der Aufstieg weniger anstrengend wird. Liefen wir bis eben noch vorwiegend auf einem breiten Forstweg, führt der Weg nun vermehrt wieder über schmale, wurzelige und steinige Pfade. 

Nach insgesamt knapp 10 Kilometern erreichen wir das Braunhörnle. Mit der Gewissheit den Großteil des Anstiegs hinter uns zu haben, machen wir auf einer der Bänke unter dem Gipfelkreuz Rast und genießen ein weiteres mal das Panorama. Und es zeigt sich wieder mal: Je fordernder ein Weg ist, je mehr wir die Zähne zusammenbeißen müssen, umso glücklicher ist der Moment am Gipfel, wenn wir uns ausruhen, die Aussicht genießen und auf den Weg der hinter uns liegt zurückblicken. 

Von hier aus, auf dem zweiten Teil der Tour, fährt der Zweitälersteig wieder alles an Landschaft auf, was er zu bieten hat. Der Weg ist abwechslungsreich und überrascht immer wieder aufs Neue. Zunächst folgen wir einem schmalen Waldpfad bis wir den Rohrhardsberg erreichen, den nördlichsten Gipfel des Farnberg-Plateaus. Als wir aus dem Wald kommen, blicken wir auf ein offenes, grünes Tal. Wer möchte kann zuvor einen Abstecher zum Turm auf der Schwedenschanze unternehmen und von dort die Rundumsicht genießen. Ebenso bietet sich hier auch eine Rast am Gasthaus zur Schwedenschanze an, bevor wir dem Schotterweg folgend für 1,5 Kilometer in das Tal hinunter steigen um dann links abzubiegen.

Auf den nächsten 5 Kilometern wechseln sich Schotterwege, Forstwege und Pfade ab. Der Weg ist nicht anspruchsvoll aber dafür abwechslungsreich. Es macht einfach Spaß zu laufen. Und vor allem ist es nach den Strapazen der letzten Tage und den Höhenmetern die wir bereits heute zurückgelegt haben, angenehm. Es läuft sich fast von selbst. 

Nach insgesamt 19 Kilometern erreichen wir die Wolfshütte. Hier machen wir nochmals Rast, legen die Beine hoch und genießen die Ruhe. Es folgen die letzten 70 Höhenmeter dieses Tages auf den Gschasifelsen und die kleine Schutzhütte dort oben, von wo aus wir ein letztes in das Elztal und zurück auf den Hörnleberg blicken, bevor wir letztendlich den Abstieg nach Oberprechtal beginnen.         

Die offizielle Route führt über die Kapfhütte hinunter zum Ortsteil Wittenbach des Oberprechtales. Unser Hotel lag jedoch direkt in Oberprechtal, weshalb wir die Tour im Vorfeld umgeplant haben und ab der Kapfhütte auf direktem Wege nach Oberprechtal absteigen. Egal welcher Weg gewählt wird, der letzte Abstieg ist grundsätzlich zunächst recht steil. 

Dieser Tag hat Spuren hinterlassen. Wir sind positiv erschöpft, glücklich und gleichzeitig bereits ein klitzekleinewenig enttäuscht, dass wir nur noch zwei Etappen vor uns haben.

Unser Reisebericht der einzelnen Etappen:

Alle Informationen auf einer Seite (inkl. Tourendaten) finden sich auf dem ZweiTälerSteig-Special auf unserer Seite

4 Kommentare

  1. Evelyn

    Sehr schöne Tour! Dank Eurer Fotos und des inspirierenden Textes kann man richtig mitfühlen, mit Euch kämpfen und sich freuen. Klasse, weiter so.

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    • Oli Bergott

      Vielen Dank für die netten Worte. Freut uns sehr, dass Dir unsere Beiträge gefallen 🙂

      Antworten
  2. Horst Hartmann

    Da können wir uns ja auf eine anspruchsvolle Etappe freuen wenn wir in August diesen Teil erwandern wollen.
    Frage : wäre es eine Alternative diese Etappe ab Wittenbach rückwärts nach Simonswald zu laufen, da wir im Rössle in Oberprechtal wohnen ?

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    • Oli Bergott

      Hallo…
      Oberprechtal ist ja Etappenziel (oder Start wenn man rückwärts läuft), d.h. die Strecke könnte von Oberprechtal aus natürlich rückwärts nach Simonswald gelaufen werden. Ich verstehe nur gerade nicht wie da Wittenbach mit hineinspielt?

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