Aus unserem Logbuch

ZweiTälerSteig Etappe 4 – Die Genügsame

von | Jul 11, 2020 | Unterwegs

Nach den ersten 3 anspruchsvollen Etappen, ist die vierte Etappe des Zweitälersteigs die gemütlichste von allen. Zwar ist sie mit 24 Kilometern nicht zu verachten, aber dafür sind es heute nur 700 Höhenmeter, wovon es die Hälfte direkt zu Beginn beim ersten Anstieg auf die Prechtaler Schanze zu bewältigen gilt. Der Rest verteilt sich dann genügsam auf die restliche Strecke. 

Und wir? Wir müssen gestehen, wir haben den Weg abgekürzt. Da wir in Oberprechtal übernachten haben, müssten wir nun zunächst nach Wittenbach um von dort dann die offizielle Tour zu starten. Wir haben uns entschlossen, es heute ruhiger anzugehen und steigen direkt in Oberprechtal hinter der Schule, über einen örtlichen Wanderweg hinauf zur Lehrscheide. Wir sparen uns zwar kaum Höhenmeter aber zugegebenermaßen einige Kilometer. Wir haben heute nur 16 Kilometer vor uns. Diese gehen wir aber dafür umso gemütlicher an. 

Längst sind wir angekommen im Zweitälerland. Der anfängliche Ehrgeiz der ersten Etappen ist einem Gefühl der Ausgeglichenheit gewichen. Wir wandern gemütlich und gelassen, die Beine tragen uns wie von selbst. Wir kommen an, wenn wir ankommen. Carpe diem!

Der Zweitälersteig zeigt sich heute von der genügsamen Seite. Es wechseln sich Wälder und weite Lichtungen ab. Ich bin kein großer Fan von breiten Schotterwegen, aber heute, am vierten Tag unserer Wanderung, macht es mir nichts aus. Das liegt aber vor allem an dem ständigen Wechsel der Landschaften. Jeder einzelne Abschnitt hat etwas. Es gibt immer etwas zu bewundern.  

Einziger Wermutstropfen: Wir wären gerne einmal zwischendurch eingekehrt in eine der Gaststätten und Hütten am Wegesrand. Es ist aber wie verhext. Die einen haben Montags und Dienstags Ruhetag, die anderen öffnen erst ab 14:00 Uhr oder nur an Wochenenden. Wir hatten das Problem bereits als wir den Zweitälersteig 2019 gegangen sind. Damals verliefen unsere Etappen exakt gegensätzlich zu den Ruhetagen. Wir hatten das eigentlich auch dieses Jahr versucht zu berücksichtigen, aber geklappt hat das irgendwie nicht. Aber naja… Ist ja auch jammern auf hohem Niveau…

Ansonsten gibt es von der heutigen Etappe nicht viel zu berichten. Das heißt nicht, dass es nicht viel zu erleben gibt. So könnte ich von dem Teilstück entlang des Waldrandes zwischen Bösmatte und dem Wegkreuz bei Grießbaum schwärmen oder dem Waldpfad hinauf zum Biereck… Aber das möchte ich bewusst nicht. Was diese Etappe ausmacht, ist eben nicht das ein oder andere Highlight wie wir es auf den vorherigen Etappen kennengelernt hatten. Diese vierte Etappe war eher die “Genügsame”, die “Ruhige”. Nicht minder schön als die anderen, aber eben eine Tour die nur als Gesamtbild in Erinnerung bleibt. 

Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir Höhenhäuser. Unser Tagesziel und gleichzeitig unser letztes Nachtquartier. Wir sitzen in der Sonne vor dem Höhengasthaus zum Kreuz, blicken in die Ferne und genießen den Augenblick. Gegen später treffen auch die anderen Wanderer ein, die ebenfalls auf dem Zweitälersteig unterwegs sind. Mittlerweile kennt man sich. Und heute, am letzten Abend unserer Tour, sitzen wir in großer Runde gemeinsam beim Abendessen und erzählen gegenseitig von unseren Erlebnissen und tauschen Erfahrungen und Tipps zu anderen Wanderreisen aus. 

Glücklich und satt gehen wir schlafen und freuen uns auf die morgige letzte Etappe, die uns zurück nach Waldkirch bringt…   

Unser Reisebericht der einzelnen Etappen:

Alle Informationen auf einer Seite (inkl. Tourendaten) finden sich auf dem ZweiTälerSteig-Special auf unserer Seite

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